06.05.2017

von B° RB

Interview mit Johanna Werner-Muggendorfer

Kurz vor dem Benefiz-Walking zugunsten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Bad Gögging hat die Landtagsabgeordnete und Schirmherrin der diesjährigen Aktionstage Gesundheit Fragen rund um das Thema Gesundheit beantwortet – und warum sie gerade das Thema Schlaganfall so sehr bewegt

Schirmherrin der Bad Gögginger Aktionstage Gesundheit und des Benefiz-Walkings Johanna Werner-Muggendorfer (MdL) war vor sieben Jahren selbst von einem Schlaganfall betroffen

Die Schirmherrschaft der Bad Gögginger Aktionstage Gesundheit hat in diesem Jahr die Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer übernommen. Gleichzeitigt unterstützt die gebürtige Neustädterin das Benefiz-Walking, das diesmal zugunsten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stattfindet. Gemeinsam mit allen, die sich für den guten Zweck engagieren möchten, begibt sie sich auf eine fünf Kilometer lange Walking-Runde. Zuvor hat sie sich aber noch Zeit genommen und unsere Fragen rund um das Thema Gesundheit und ihre persönliche Betroffenheit beim Thema Schlaganfall beantwortet. 

Fakten
Unabhängig von der Teilnahmegebühr können Sie die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe auch mit einer zusätzlichen Spende finanziell unterstützen. Hierzu hat die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ein Sonderkonto eingerichtet:

Commerzbank Gütersloh
IBAN: DE07 4784 0065 0150 1030 00
BIC: COBADEFFXXX
Stichwort: WALKB17

Wie halten Sie sich persönlich fit?

Jetzt haben Sie mich erwischt… Ich muss nämlich zugeben: Mit der Fitness ist es nicht so arg weit her. Trotzdem versuche ich, mich viel an der frischen Luft zu bewegen – zum Beispiel bei der Gartenarbeit oder beim Fahrradfahren. Und umso mehr freue ich mich natürlich, am 27. Mai eine Walking-Runde für den guten Zweck durch Bad Gögging drehen zu können, hoffentlich mit ganz vielen Teilnehmern, die mich und die gute Sache unterstützen.

Für das Benefiz-Walking sind Sie also schon hochmotiviert. Wie motivieren Sie sich ansonsten?

Motivation kommt meist mit der Bewegung, gerade im Garten gibt es immer wieder viel zu entdecken, es macht Freude, den Lauf der Jahreszeiten im Garten, in der Natur zu beobachten und zu verfolgen. Da kann ich gerade mit dem Fahrrad und zu  Fuß viel mehr „Natur“ erleben.

Worauf freuen Sie sich am 27. Mai am meisten?

Darauf, dass ich dabei sein kann, wenn viele Menschen etwas für ihre Gesundheit tun, wenn ich ein „gutes Beispiel“ sein kann für viele andere.

Was hat Sie bewegt, sich für die Aktionstage Gesundheit und das Benefiz-Walking zu engagieren?

Das Engagement für den guten Zweck. In diesem Jahr gehen die Spendengelder ja zugunsten der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Da ich selbst vor sieben Jahren einen Schlaganfall  erlitten habe, musste ich nicht lange nachdenken und habe die Einladung Schirmherrin zu sein sehr gerne angenommen.

Wollen Sie etwas über dieses Ereignis erzählen?

Bei Schlaganfall dachte ich früher nur an alte Leute, die einseitige  Lähmungen hatten, eben eingeschränkt waren, Sprachschwierigkeiten hatten. Und dann: An einem ganz normalen Tag, ich war von München nach Hause gefahren, weil eine Stadtratssitzung anberaumt war, bekam ich fürchterliche Kopfschmerzen, die fast nicht auszuhalten waren. Da ich aber immer wieder mal Kopfschmerzen hatte, meist auch in Zusammenhang mit den monatlichen Beschwerden einer Frau, machte ich mir nicht zu große Sorgen. Aber diesmal waren die Schmerzen ganz besonders schlimm. Der Hausarzt, bei dem ich Hilfe suchte, meinte nur, es wäre jetzt eine Magen-Darm-Infektion in der Gegend, das vergeht schon wieder. Meine Kopfschmerzen ließen aber nicht nach. Meine Schwester, die im Haus nebenan wohnt, hat zum Glück aber erkannt, dass etwas nicht stimmt und den Notarzt verständigt. Der wollte mich mit dem Hubschrauber sofort in die Uniklinik fliegen, wegen Nebel konnte der aber nicht starten. Also wurde ich mit dem Sanka in die Uniklinik nach Regensburg gefahren. Dort hat man sofort einen OP-Saal fertig gemacht und ein Loch in meinen Kopf gebohrt, um das Gehirn zu entlasten. Das war erfolgreich, nach einigen Wochen konnte ich das Klinikum in Richtung Bayerischer Wald zur Reha-Maßnahme nach Schaufling verlassen. Dort erhielt ich viele gute Tipps, die ich dann in der Anschluss-Reha in Bad Gögging noch vervollkommnete und vor allem für die  Orientierung  gute Übungen gezeigt bekam. Ich bin sehr dankbar für die vielen guten Geister, die mich auf dem Weg zur Besserung begleiteten. 

Sicher ist jeder Schlaganfall anders, aber entscheidend ist die Schnelligkeit, in der reagiert werden kann – das wäre bei mir fast schief gegangen. Aber erfreulicherweise habe ich keine „Spätfolgen“ zu tragen und wenn ich mal Gedächtnisprobleme habe, dann sagt meistens jemand: du, das geht mir auch so, das liegt wohl eher am Alter, als am Schlaganfall!

Wie haben Sie nach Ihrer Schlaganfall-Erkrankung zurück ins Leben gefunden?

Nach meinem Schlaganfall hat mir geholfen, ehrgeizig zu sein, die Beeinträchtigungen zu überwinden, zu zeigen, dass man sich selbst schon motivieren kann – aber auch die Reha-Maßnahmen haben mir sehr geholfen. Weil mir gezielt gezeigt wurde, was ich tun kann und weil ich gesehen habe, wie vielfältig Gesundheit beeinträchtigt sein kann.

Was möchten Sie anderen Schlaganfall-Betroffenen mit auf den Weg geben?

Allen, die von einem Schlaganfall betroffen sind und wie ich glaubten, das passiert nur den andern – denen kann ich nur zurufen: nicht aufgeben, für die Gesundheit kämpfen und immer wieder aufstehen, auch wenn man noch so oft hinfällt!

Benefiz-Walking im Rahmen der Bad Gögginger Aktionstage Gesundheit

Samstag 27.05.2017 um 15 Uhr | Kurplatz Bad Gögging

Jährlich erleiden fast 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.  Seit ihrer Gründung durch Liz Mohn 1993 verfolgt die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe das Ziel, Schlaganfälle zu verhindern und den Folgen dieser Erkrankung entgegenzutreten. Von Prävention und Gesundheitsförderung über Notfall-Management und Akutversorgung bis hin zu Rehabilitation und Nachsorge engagiert sich die Stiftung in allen Bereichen.

Unter dem Motto „Bad Gögging läuft für die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe“ veranstaltet die Tourist-Information im Rahmen der diesjährigen Aktionstage Gesundheit daher wieder ein großes Benefiz-Walking – am Samstag, den 27.05.2017, um 15:00 Uhr am Kurplatz Bad Gögging.

Unterstützt wird die Aktion von der Landtagsabgeordneten Frau Johanna Werner-Muggendorfer, die selbst vor sieben Jahren einen Schlaganfall erlitt. Frau Werner-Muggendorfer begibt sich mit allen Teilnehmern auf eine fünf Kilometer lange Walking-Runde durch Bad Gögging.

Die Teilnahmegebühr in Höhe von fünf Euro kommt dieses Jahr in vollem Umfang der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zugute.

Bitte helfen auch Sie: Anmelden – Mitwalken – Helfen! Alle Informationen finden Sie im Internet.

Film über Schlaganfallpatienten

In Sachen Rehabilitation nach einem Schlaganfall steht der PASSAUER WOLF Bad Gögging als kompetenter Partner in Bad Gögging Betroffenen sowie Angehörigen zur Seite. Bei einem gemeinsamen Vortrag von CA Dr. med. Tobias Wächter, Therapieleiter Robert El Fahem und dem betroffenen Patienten Hans Kammermeier erfahren Interessierte weitgehende Informationen zu Rehabilitation und Therapieformen. Die Geschichte von Hans Kammermeier gibt es bereits jetzt unter https://youtu.be/0g6HsVc13vM zusehen.

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