04.11.2015

von Markt Bad Birnbach B° RB

Aktiv gegen Erschöpfung und Stress

Bad Birnbach: Das "ländliche Bad" ist heute aus der deutschen Bäderlandschaft nicht mehr wegzudenken

Baden in Bad Birnbach

Für viele Menschen ist die Welt nicht nur zu klein geworden, sie dreht sich auch immer noch ein wenig schneller. Der täglich steigende Druck, Internet und Smartphones, E-Mail, Facebook und Whatsapp sorgen dafür, dass wir permanent „unter Strom“ stehen.  

Die Folge: Viele Menschen werden krank. Eine Analyse der Krankmeldungen von rund 2,1 Millionen erwerbstätigen Versicherten der AOK Bayern zeigt, dass Ärzte zunehmend die Diagnose Burnout dokumentieren. Die Anzahl der Fälle stieg von 48 (2004) auf 4831 (2010). Die Ausfalltage durch Burnout nahmen von 0,44 Krankheitstagen auf 4,09 Tage je 100 Mitglieder zu. 

Dramatische Zahlen, gegen die Bad Birnbach nun angehen will. Das sieht man im ländlichen Bad einerseits als gesellschaftliche Verpflichtung, die man als hochprädikatisierter Kurort zweifellos habe. Andererseits biete sich dadurch eine große Chance für die Zukunft. Das Ziel: Bad Birnbach will mit gezielten Präventionsmaßnahmen Begleiter der Menschen sein, durch das Berufsleben und darüber hinaus bis ins hohe Alter.

Aus diesem Grund wurde von Experten des ländlichen Bades das Präventionsprogramm „Aktiv gegen Erschöpfung und Stress – AGES“ entwickelt. Es wird derzeit nach strengsten wissenschaftlichen Maßstäben von der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht. Aufgrund der hohen Nachfrage nach Studienplätzen bietet Bad Birnbach noch zusätzliche Gruppen an, und zwar in der Zeit von 14. Februar bis 13. März 2016. Alle Einzelheiten zur Studie können unter der Adresse www.ages.badbirnbach.de abgerufen werden. „Natürlich liegen uns momentan noch zu wenig Daten vor, um konkrete Aussagen treffen zu können, der bisherige Verlauf stimmt uns aber sehr zuversichtlich. Immerhin gaben über 90% der bisherigen Teilnehmer an, dass ihnen das Präventionsprogramm insgesamt gut getan hat“, erklärt Dr. Sandra Kus von der Ludwig-Maximilians-Universität. Sie ist am Lehrstuhl für Kurortmedizin und Public Health und Versorgungsforschung (IBE) tätig und ist von Anfang Beginn an in das Projekt eingebunden.

Die AOK Bayern ermöglicht ihren Mitgliedern die Teilnahme an dem zweiwöchigen Präventionsprogramm mit Auffrischungskurs nach sechs Monaten, um einer drohenden Erschöpfung aktiv entgegenzutreten. Dabei werden den Studienteilnehmern Möglichkeiten und Wege aufgezeigt, um Stress zu vermeiden und einem Erschöpfungszustand im Alltag aktiv zu begegnen. Eine Bewerbung steht natürlich auch Mitgliedern anderer Krankenkassen (nach Einzelgenehmigung) und Privatzahlern offen. Die Auswahl der Studienteilnehmer erfolgt über die LMU München nach festgelegten Auswahlkriterien. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.  

Bad Birnbach, das ländliche Bad

Das „ländliche Bad“ ist heute aus der deutschen Bäderlandschaft nicht mehr wegzudenken. Dabei ist Bad Birnbach ein sehr junger Kurort, dessen Entwicklung 1976 mit der Inbetriebnahme der Rottal Terme begann. 

„Ländlich“ ist in Bad Birnbach keine Werbefloskel, sondern gelebte Philosophie. Ein ganzes Entwicklungskonzept, das nach 1974 und 1988 gerade zum dritten Mal fortgeschrieben wurde, fußt darauf. 

Im Mittelpunkt steht dabei immer das Bad Birnbacher Heilwasser der Rottal Terme. Am 21. September 1973 wurde man in 1.618 Meter Tiefe fündig. Der Chrysantiquelle entnimmt man das Heilwasser mit einer Temperatur von bis zu 70 Grad Celsius. Als hoch mineralisierte „fluoridhaltige Natrium-Hydrogen-Karbonat-Chlorid-Therme“ wird sie bezeichnet. In mehr als 30 verschiedenen Becken und einer Heilwasserfläche von über 2.700 Quadratmetern bringt die Rottal Terme den Schatz aus den Tiefen des Urgesteins heute dar. Die Palette reicht vom Spezialbecken für Einzelgymnastik, speziell angeordneten Gruppengymnastikbecken bis hin zum 105 Meter langen Thermenbach, in dem man sich buchstäblich treiben lassen kann. Die Wassertemperaturen betragen Sommer wie Winter zwischen 24 und 40 Grad Celsius. 

Birnbach wurde bereits 1987, also gerade 11 Jahre nach der Inbetriebnahme der Rottal Terme, zum „Bad“ geadelt. Seinen Weg hat der junge Kurort seither nicht mehr verlassen. Behutsam wurde das Angebot auf aktuell rund 3.800 Betten aufgebaut. Die selbst gesetzte Obergrenze von gut 4.000 Betten gilt nach wie vor, sie soll auch künftig nicht überschritten werden. Hochhäuser oder Betonburgen gibt es hier nicht. Dafür sorgt die strenge Bauleitplanung, die seit über 40 Jahren gilt. Der Ort soll eben überschaubar und ländlich bleiben. 

Ländlich, das passt auch zu den mehr als 130 Kilometer ausgewiesenen Rad-, Wander- und Nordic-Walking-Strecken. Das Rottal gilt ja nach wie vor als ein weitgehend unentdecktes Stück Altbaiern mit einer unverbrauchten Natur. 

Ländlich ist auch das Sport- und Freizeitgelände in Bad Birnbach, das Möglichkeiten wie Bogenschießen und Tennis bietet. Und auch der Bella Vista Golfpark passt bestens ins Konzept. Seinen Namen hat er von der unvergleichbar schönen Aussicht auf das Rottal, die sich von diesem Platz aus bietet. Großen Wert hat man in Bad Birnbach auf den Kurpark gelegt, mit sanftem Übergang vom Ort hinaus in die Rottauen. Ein Meditationsweg mit sieben Stationen und ein Naturlehrpfad am Rottauenweg (neu ab März 2015) runden dieses Angebot ab. All diese Möglichkeiten will Bad Birnbach in das Präventionskonzept mit einbringen.

Passend zum Thema

Stadt Bad Staffelstein und der Obermain Therme: Events im November

Tretbecken in Bad Wörishofen

Wege zur Inneren Ordnung

2. Gesundheitstage im Kneipp-Original Bad Wörishofen

Mit der Entspannungsoase im eigenen Garten

Mehr aus der Rubrik

Immer mehr Österreicher entdecken die legendären Thermen von Bad Füssing

Mit "Brain-Walking" gibt es in Bad Gögging ab sofort ein neues Trainingsangebot für mentale und körperliche Fitness – nicht nur für Kurgäste

Bayerischer Heilbäder-Verband startet Offensive für "Allergikerfreundliche Kommunen"

Teilen: