27.02.2016

von Landestheater Niederbayern B° RB

Mit Zärtlichkeit und Schmeicheln

Das Landestheater Niederbayern zeigt Mozarts "Entführung aus dem Serail" am 1. März 2016 in Straubing

Die Entführung aus dem Serail

Was passiert, wenn zwei fremde Welten aufeinandertreffen? Zuerst sind da meist Argwohn und Misstrauen, doch wenn man sich erst einmal näher kennengelernt hat, erwacht bald die Faszination an der anderen Kultur. Vom Reiz des Exotischen und seinen individuellen Verlockungen erzählt Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ (1782). 

Der spanische Edelmann Belmonte und sein Diener Pedrillo brechen in den Orient auf, um ihre bei einem Piratenangriff geraubten Frauen zurückzuerobern. Konstanze und Blonde wurden an Bassa Selim verkauft und in dessen Harem integriert. Da sich vor allem der Aufseher Osmin, der endlich „ein Liebchen hat gefunden“, unnachgiebig zeigt, was die Freigabe der Frauen betrifft, wird eine Entführung geplant. Um den wachsamen Aufpasser abzulenken, verleitet Pedrillo den Muslim zum Alkoholgenuss: „Vivat Bacchus!“ Doch es wird nicht nur entführt in dieser Oper, sondern vor allem verführt: Dass „Zärtlichkeit und Schmeicheln“ ein besseres Mittel sind als „Martern aller Arten“, um die westliche Frau zu erobern, machen die selbstbewussten Damen den verdutzten Männern rasch klar.

Fakten
Premiere im Straubinger Theater am Hagen: 1. März 2016, 19.30 Uhr

Es ist kaum möglich, eine einzelne Nummer aus diesem kompositorischen Wunderwerk hervorzuheben; jede einzelne besitzt ihre eigene Schönheit und Sinnlichkeit. Joseph II. hatte die „Entführung“ für sein Nationalsingspiel in Auftrag gegeben, das einfache Stücke in deutscher Sprache auf die Bühne bringen sollte.

Trotz der gesanglich immens anspruchsvollen Arien und Ensembles atmet die Oper eine unglaubliche Leichtigkeit. Mozart zeigt uns seelenvolle Menschen mit ihren Vorzügen und Schwächen, ohne über sie zu urteilen oder zu richten.

Das Regiekonzept für die „Entführung“ entworfen hat GMD Basil H. E. Coleman, szenisch umgesetzt wird es von Spielleiterin Margit Gilch. Ein wichtiges Anliegen ist dem Team dabei, „Schönheit auf die Bühne zu bringen“. Dafür sorgen die Bühne von Andrea Hölzl, die den Innenhof eines orientalischen Landhauses zeigt sowie die elenganten 50er Jahre-Kostüme von Iris Jedamski. Sangeskunst und Spielfreude darf das Ensemble des Landestheaters ausleben:

Albertus Engelbrecht (Belmonte), Martha O’Hara (Konstanze), Emily Fultz (Blonde), Christos Kechris (Pedrillo), Young Kwon/Jisang Ryu (Osmin), Oscar Imhoff (Bassa Selim), Maximilian Widmann (Junger Bassa), Bernadette Leitner (Saya). Es spielt die Niederbayerische Philharmonie unter GMD Basil H. E. Coleman.

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