13.08.2019

von B° RB

Die Diva und der Öko-Landwirt aus Bad Gögging

Mit Leidenschaft und Ausdauer widmen sich der Bio-Hopfenbauer Josef Amann aus Bad Gögging und seine Kollegen der Diva der Hanfgewächse, dem Hopfen

Das "Grüne Gold" der Hallertau. Ende August startet im größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt die Hopfenernte

"Der Hopfen will jeden Tag seinen Herrn sehen", so sagt ein Sprichwort aus der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt. Josef Amann aus Bad Gögging gehört zu den wenigen Bio-Hopfenbauern der Region. Bis zur Ernte Ende August kümmert er sich aufwändig um das empfindliche Gewächs, das vor allem bei Bierliebhabern viele Freunde hat. Aber auch als Heilmittel immer beliebter wird.

Schräge Stangen und Zwiebelturmkirchen bestimmen das Landschaftsbild der Hallertau. Hier ist Josef Amann zuhause, einer der wenigen Bio-Hopfenbauern in Deutschland. Noch nicht einmal zehn sind es. 2007 übernahm der Ingenieur den Hof seiner Eltern und stellte auf Bio-Anbau um. Er lässt den „humulus lupulus“ nur mit den Zutaten der Natur gedeihen und bekämpft so auch Schädlinge. Mit Erfolg. Aber obwohl immer mehr Craftbier-Brauereien auf Bio-Zutaten setzen, ist das Geschäft mit dem Bio-Hopfen nicht einfach. Die Ernte schwankt, der Aufwand ist 20 bis 30 Prozent höher als im herkömmlichen Anbau. Bio-Hopfenanbau ist mit 0,5 Prozent Anteil am Gesamtaufkommen eine Rarität auf dem Hopfenmarkt. Trotzdem hat Amann den Weg in den Bio-Anbau nicht bereut. Zu seinen Abnehmern zählen inzwischen auch Brauereien aus Frankreich und England. Und auch die Limes-Therme in Bad Gögging ordert seinen Bio-Hopfen für entspannende Bäder und Massagen.

Die Diva krönt sich mit der Dolde

Der Hopfenanbau ist aufwändig. Denn die Diva der Hanfgewächse fordert viel Pflege, vom ersten Ausschnitt der Triebe unter der Erde im März bis zur Hopfenernte der Dolden Ende August. Das sogenannte „Hopfazupfa“ wurde früher in mühevoller Handarbeit von Helfern aus der ganzen Region bewältigt, heute erledigen es Maschinen. Für jeden Hopfenbauer ist die Hopfenernte der Höhepunkt des Jahres. In dieser Zeit gibt es eine Vielzahl an Veranstaltungen rund um das „Grüne Gold“. Und natürlich wird dabei kulinarisch aufgetischt. Viele Gaststätten und Restaurants bieten dann kreative Menüs rund um den Hopfen an: bei Biersuppe, Saiblingsfilet in Hopfen geräuchert, Rinderfilet unter Hopfenkruste oder Malzbiercreme geben die grünen Hopfendolden den Ton an. Ganz typisch ist auch das originale „Hallertauer Hopfenzupfermahl“, ein traditionelles Essen, das den Erntearbeitern früher am Ende der Hopfenzupferzeit von ihrem Bauern spendiert wurde.  Es besteht aus Nudelsuppe, Schweinsbraten, Kartoffel-Endivien-Salat sowie einer Halben (Bier) oder einem alkoholfreien Getränk. 

Vom Feld in die Wanne – das „vierte Heilmittel“ Hopfen

Die drei natürlichen Heilmittel Moor, Schwefel und Thermalwasser sind die großen Schätze von Bad Gögging. Aber auch das "grüne Gold" der Hallertau, 2007 als Heilpflanze geehrt, hat seinen Platz im Gesundheitsangebot des Ortes gefunden. So wird in den Wellnesshotels und in der Limes-Therme spezielle Hopfenwellness angeboten. Die ätherischen Öle und die hochwirksamen Inhaltstoffe des Hopfens sorgen für Entspannung, stärken Herz und Kreislauf und regen die Durchblutung an.  Hopfenölmassagen oder Hopfencremepackungen wirken beruhigend und straffen die Haut. Anwendungen mit Hopfen gibt es zum Beispiel in der Limes-Therme, im Hotel Monarch oder im Hotel Eisvogel.

Urlaub in Bad Gögging

Von charmanten Pensionen und Ferienwohnungen, über komfortable Camping- und Wohnmobilplätze, bis hin zu luxuriösen Vier-Sterne-Wellnesshotels findet sich in Bad Gögging für jeden Geschmack die passende Unterkunft. Übernachtung im Doppelzimmer inkl. Frühstück ab 25,00 EUR pro Person.

Kontakt
Tourist Information Bad Gögging
Stadt Neustadt a.d.Donau


Heiligenstädter Str. 5
93333 Bad Gögging
. Telefon: +49 (0) 94 45 - 95 75 

Als einziger Kurort in Bayern verfügt Bad Gögging über drei natürliche, ortseigene Heilmittel. „Dreifach g´sund“ wirken Moor, Schwefelwasser und Thermalwasser in dem Kurort zwischen Altmühltal und der Hallertau. Bereits vor 2000 Jahren war Bad Gögging Sitz eines der größten römischen Staatsbäder nördlich der Alpen. Auch nach den Römern ist die Bade- und Kurtradition Bad Göggings nie ganz abgerissen. Auf den Spuren der Römer geht es im Römermuseum, in der Römer-Sauna der Limes-Therme, an der Limesstraße und beim alljährlichen Römerfest im Kastell Abusina.

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