21.05.2019

von B° RB

Milch und Honig

Markt Bad Birnbach. Wenn aus dem Kurpark Milch und Honig fließen: ERSTER OBSTBLÜTENHONIG VON DER STREUOBSTWIESE IM KURPARK GEERNTET

Der spannende Moment war gekommen. Siegfried Biermeier und Honigprinzessin Doris Grünbauer bestücken die Schleuder mit den Waben

Ausgerechnet am Welttag der Bienen ist der erste Bad Birnbacher Obstblütenhonig aus dem Kurpark geflossen. Dahinter steckte freilich kein Kalkül der Veranstalter, sondern eher die Laune der Natur. Einige Tage zuvor hatte Imkermeister Siegfried Biermeier nämlich festgestellt: „Der Honig wird Anfang der Woche reif“. Reif, das heißt, dass der Wassergehalt höchstens noch 20 Prozent beträgt, der Honig in den Waben dickflüssig geworden ist und somit geschleudert werden kann.

All das erläuterte Biermeier bei einem Spaziergang, der durch den Kurpark hin zu den zwei Bienenvölkern führte, die in den letzten Wochen vor allem den Nektar der Streuobstwiese im Kurgebiet geerntet haben. Erst kürzlich wurde im ländlichen Bad gemeinsam mit der Kreisentwicklung des Landkreises und dem Erdinger Safthersteller Wolfra das „Bündnis für Streuobstwiesen“ ausgerufen. Wolfra hat rund 1.500 Streuobstwiesen-Bauern an Rott und Inn unter Vertrag und produziert daraus hochwertigen Apfelsaft bzw. Most. 

Dass die Streuobstwiese darüber hinaus noch mehr zu leisten imstande ist, wurde wiederum beim Spaziergang durch den Kurpark deutlich. Bis zu drei Kilometer fliegen die Bienen für den kostbaren Nektar, erläuterte Imkermeister Biermeier, der von Honigprinzessin Doris Grünbauer prominente Unterstützung bekam. Freilich nutzen die Bienen das Angebot „vor der Haustüre“ natürlich am liebsten. „Honigbienen sind blütenstetig“, wusste er zudem zu berichten. Das heißt, dass die Biene den Tag über an der Apfelblüte bleibt, wenn sie damit morgens begonnen hat. Rund 100.000 Bienen leben in den beiden Völkern. Es existieren zwei Königinnen und bis zu 400 Drohnen, also die männlichen Bienen. Welche herausragende Leistung die Bienen vollbringen, wird anhand einiger Zahlen deutlich. Für ein Pfund Honig muss eine Biene vergleichsweise 3,5 Mal den Globus umrunden. Der Nektar hat zunächst einen Wassergehalt von bis zu 80 Prozent. Durch das sogenannte „Fächeln“ am Flugloch schaffen es die Bienen, diesen auf 20 Prozent und darunter zu reduzieren. 

Mit großem Interesse verfolgten Teilnehmer die Ausführungen des Bienenexperten. Auch der mittlerweile einsetzende Regen änderte daran nichts. Wie der Stock aufgebaut ist, was Propolis bewirkt und vieles mehr thematisierte der Imkermeister. Dann aber ging es zurück zum Artrium, von wo aus die Wanderung gestartet war. Hier hatte Biermeier bereits eine „Schauschleuder“ für drei Waben aufgebaut. Dazu gesellte sich Museumspädagogin Roswitha Klingshirn vom Freilichtmuseum Massing. Während der Honig geschleudert wurde, lud sie Teilnehmer der Führung zum Butterrühren ein. Das Ergebnis verblüffte alle: „Riecht Ihr schon den frischen Honig“, fragte Biermeier die Teilnehmer. Die Antwort gab er freilich selbst gleich hinterher. „Die ätherischen Öle des Honigs verbreiten sich schnell“. 

Die Freude über den frischen Obstblütenhonig, die aus Sahne frisch gerührte Butter und das herzhafte Bauernbrot war riesig. Dazu wurde Buttermilch gereicht, die quasi als „Abfallprodukt“ blieb. „Dass es so herausragend gut schmeckt, hätte ich selbst nicht erwartet“, entfuhr es Veranstaltungsleiter Georg Friedenberger, der sich dabei der Zustimmung der ganzen Gruppe sicher war. 

Über Bad Birnbach

Das ländliche Bad, der beginnende Süden!
Hier, in unserem gewachsenen Marktflecken im südlichen Niederbayern hat das heilende Wasser aus den Tiefen des Urgesteins sein natürliches Zuhause gefunden. Wir haben unseren über 1200 Jahre alten Ort über 40 Jahre hinweg Stück für Stück erweitert und die Nähe zur Natur erhalten. Im Kurpark erwarten Sie keine geometrisch angelegten Blumenrabatte. Vielmehr erleben Sie den sanften Übergang in die Rottauen hinein. Übrigens: Nicht ohne Grund fehlt bei unserer „Rottal Terme“ das „h“ nach dem „T“. Mit der italienischen Schreibweise wollen wir ganz bewusst an die Heiterkeit des Südens erinnern, für die unser ländliches Bad ebenso steht wie für einen modernen Kurort, der seine Wurzeln nicht vergessen hat. 

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